Montag, 31. Juli 2017

[Rezension] Amnesia - Ich muss mich erinnern von Jutta Maria Herrmann

Du hast nichts zu verlieren.
Du hast eine mörderische Wut.
Und du kannst dich an nichts erinnern …
Als die Berlinerin Helen die Diagnose Krebs im Endstadium erhält, ist es ihr einziger Wunsch, sich vor ihrem Tod endlich mit ihrer Mutter auszusöhnen, zu der sie ein schwieriges und distanziertes Verhältnis hat. Bei ihrer Familie in der südwestdeutschen Heimat angekommen, muss sie dann schockiert erfahren, dass ihre schwangere Schwester Kristin von ihrem Ehemann Leon misshandelt wird. Am liebsten würde Helen Leon dafür umbringen, zu verlieren hat sie ja nichts mehr. Aber einen Menschen töten? Helen glaubt nicht, dass sie dazu wirklich fähig ist.
Am nächsten Morgen allerdings ist Leon tot – und Helen, die Medikamente mit schwersten Nebenwirkungen nimmt, hat keinerlei Erinnerung an die vergangene Nacht. Amnesie …
Die deutsche Spannungs-Autorin Jutta Maria Herrmann legt endlich nach und blickt mit ihrem düsteren und psychologisch tiefgründigen Thriller in die menschlichen Abgründe. Ein Psycho-Thriller der Extraklasse! Quelle


Vorwitzig blinzelt sich ein schmaler Lichtstrahl an mir vorbei ins Wohnungsinnere. Er gleitet über den Schlüsselbund auf der Garderobenablage, verweilt wie liebkosend auf dem kleinen Flugzeuganhänger und bringt das stumpfe Silber für einen Moment zum Funkeln, als hätte es gerade erst jemand auf Hochglanz poliert.


Das Cover und der Klappentext haben mich direkt angesprochen. Das Cover, da es sehr interessant aussieht und der Klappentext, da er sich sehr spannend anhört. Was es wohl mit der rätselhaften Amnesie auf sich hat? Das war die große Frage, die die Protagonistin und anfangs auch mich begleitet hatten.

Die Autorin hat einen leicht verständlichen Schreibstil, der dem Genre angepasst ist. Auffällig ist, dass die Autorin keinen typischen blutigen und rasanten Schreibstil hat. Vielmehr zeigt sie in ihrem Buch, dass sich eine Handlung auch langsam entwickeln kann, bis irgendwann das Fass überläuft.

Die Charaktere konnten mich nicht alle überzeugen. Helen mochte ich zwar gerne, aber irgendwie hat sie mich auch traurig gestimmt. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich sie teilweise doch sehr naiv finde. Vor allem, was den Anfang anbelangt, bei dem sie nichts hinterfragt hat. Ihre Schwester mochte ich anfangs sehr gerne. Lebensfroh und quirlig. Doch im Verlauf wurde sie mir unsympathischer. Aber wer soll es ihr verdenken, bei dem was ihr widerfahren ist? Aber den Charakter, den ich absolut nicht leiden konnte, war Helens Mutter. Mir war sie viel zu eitel und von sich selbst überzeugt, als dass ich mich mit ihr anfreunden konnte. Aber manchmal steckt auch dahinter ein guter Kern. 

Wie bereits oben erwähnt, entwickelt sich die Spannung langsam, aber stetig. Es werden Theorien gestrickt, Hypothesen aufgestellt und letztendlich eskaliert das Ganze. Mir hat das wirklich gut gefallen und ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Allerdings bin ich mit dem Ende nicht zufrieden. Es ist zwar nicht so, dass es mich voll und ganz unzufrieden zurücklässt und doch fehlt mir etwas, obwohl die Geschichte rund ist. Sicherlich liegt es daran, dass das Buch, trotz abgeschlossen, ein eher offenes Ende hat, sodass ich nicht komplett damit abschließen konnte. 

Ich kann euch das Buch empfehlen, wenn ihr mal einen nicht so blutrünstigen Thriller lesen wollt, der aber trotzdem spannend ist!

Meine Bewertung

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