Freitag, 30. Juni 2017

[Geburtstagsmonat] Monja Schneider - Wie »Principessa« entstand


Dazu muss ich ein wenig weiter ausholen


Mitspieler:
Innere Stimme Typ Engelchen – TE
Innere Stimme Typ Teufelchen - TT



Oktober 2011:

Die nicht ganz so bekannte Autorin Monja Schneider hat nach ihrem dreijährigen Studium an der Hamburger Akademie für Fernstudien (Schule des Schreibens) schon einige Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlichen können.

Im Moment leidet sie an einer akuten Schreibblockade. Ihre Muse hat sie verlassen.


TE: Du hast doch bisher mit Wettbewerben immer Glück gehabt und wurdest motiviert. Schau doch mal wieder.


Also gut, sie schaut. Und findet tatsächlich etwas. »Grimms Märchen neu erzählt« Eine Ausschreibung des Machandel-Verlages. Länge: Alles erlaubt


TE: Prima, das macht Spaß, ich habe auch schon einige Ideen.
TT: Das schaffst du doch eh nicht, hast du schon mal auf das Abgabedatum geschaut? 30.12.!
TE: Versuche es doch – du hast doch immer schon wissen wollen, was eigentlich die Brüder der Schwester von den sieben Raben all die Jahre im gläsernen Berg gemacht haben.
Das wäre doch ein netter Ansatz.
TT: Vergiss es! Die Idee ist zu umfangreich für eine Kurzgeschichte. Und einen Roman hast du doch so gut wie nie zu Ende gebracht. Vor allem nicht in der kurzen Zeit.
TE: Da war doch in der letzten TextArt (Zeitschrift für Autoren) ein Artikel über diesen NaNoWriMo. National Novel Writing Month. Der findet jedes Jahr im November statt und es geht darum, innerhalb von 30 Tagen einen Roman von 50.000 Worten zu schreiben. Und das Ganze in Gemeinschaft mit anderen, durch ein Internet-Forum und mithilfe einer Webseite, auf der man täglich seine Wortzahl eintragen kann. Motivationsmails gibt es auch.
TT: *grummel*
TE: Wir versuchen es jetzt einfach – wir können das im November schreiben und schauen, wie weit wir kommen. Wir müssen ja sowieso nur die ersten 15 Seiten einreichen, die können wir im Dezember locker korrigieren.



Gesagt, getan … 
Es hat alles so geklappt, wie TE es sich vorgestellt hatte und hat dabei noch jede Menge Spaß gemacht. Die Story ist zu 2/3 fertig, als sich ein Exposé und die ersten 15 Seiten am 31.12.2011 auf den Weg zum Verlag machen (per Mail). Aber nach Erfahrungen mit anderen Wettbewerben weiß Monja Schneider, dass es immer einige Zeit braucht, bis man Nachricht bekommt. In der Zeit kann sie die Story fertig schreiben. Denkt sie.

Am 15. Januar erhält sie die Mitteilung, dass ihre Geschichte angenommen wird.

Da gerät jemand in Stress.

Ende Mai ist das Manuskript fertig. Und die Autorin ebenfalls.


TT: Jetzt ist Zeit für eine Pause


Doch das Schicksal oder wer auch immer will es anders. Die Sommerausgabe des NaNoWriMo steht an. Und die Autorin hat über das Forum Gleichgesinnte kennengelernt, die versuchen, sie zum Mitmachen zu überreden.


TT: Jetzt ist Zeit für eine Pause! Und wir haben auch gar keine Idee.
TE: Beim Machandel-Verlag gibt es wieder eine Ausschreibung: »Andersens Märchen neu erzählt« Das wäre doch was …
TT: Jetzt ist Zeit für eine Pause!
TE: Ich bin natürlich für ein Märchen, das nicht so bekannt ist. Nicht die 100. Ausgabe der »Kleinen Meerjungfrau« Ich google mal …
TT: Hörst du mir eigentlich zu? Jetzt ist Zeit für eine Pause!
TE: »Der Schweinehirt«, das klingt, als könnte man etwas daraus machen … übertragen in die heutige Zeit … der Kaiser müsste natürlich etwas Besonderes sein … ich habe es – Organisierte Kriminalität, Mafia – und der Prinz ist ein verdeckter Ermittler, der sich in die geliebte Tochter des Capo verliebt. (Die Autorin hatte zu der Zeit das ein oder andere Buch zu dem Thema Mafia/organisierte Kriminalität gelesen)
TT: Du müsstest erst gründlich recherchieren, Du weißt noch zu wenig über die Mafia. Außerdem ist jetzt Zeit für eine Pause!
TE: Okay, das ist ein Argument. Aber wir könnten das Ganze natürlich in einer anderen Zeit spielen lassen. Schutzgelderpressung in der italienischen Renaissance …  eine Mischung aus Mantel- und Degen-Abenteuer und Liebesgeschichte ...
TT: Jetzt ist … ach, mach doch, was du willst …


Bleibt zu erwähnen, dass der Autorin die Geschichte leicht aus der Feder floss und sie sie innerhalb des Monats Juni 2012 zu Ende gebracht hat – mit fast genau den für NaNo vorgegebenen 50.000 Worten.
Natürlich folgte noch die Überarbeitung, aber das Ergebnis war so gut, dass es zu einem Verlagsvertrag führte. Warum die Autorin diesen wieder kündigte, ist eine andere Geschichte, die keine Rolle spielt.


Fest steht, dass »Rabenschwester« und »Principessa« maßgeblich dazu beigetragen haben, dass aus der Gelegenheitsschreiberin eine Autorin wurde, die regelmäßig schreibt – nicht nur zu NaNoWriMo-Zeiten.


Und was lernen wir daraus?


Lasst euch nicht von euren Zweifeln unterkriegen!






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