Donnerstag, 29. Juni 2017

[Geburtstagsmonat] Christiane Lind - Autorinvorstellung


Christiane Lind hat sich immer schon Geschichten ausgedacht, die sie ihren Freundinnen erzählte, aber nur selten zu Papier brachte. Erst zur Jahrtausendwende erinnerte sie sich daran und begann Kurzgeschichten zu schreiben. Inzwischen hat sie unter den Pseudonymen Romane bei den Verlagen Rowohlt, Thienemann, Droemer, Aufbau und Amazon Publishing veröffentlicht. Seit 2016 publiziert sie Geschichten im Selbstverlag – als Christiane Lind und Carolyn Lucas.

Beim Schreiben begibt sich Christiane am liebsten auf die Spur von Familien und deren Geheimnissen, sei es im Mittelalter, dem 20. Jahrhundert oder auf anderen Kontinenten. Nach Zwischenstationen in Göttingen, Gelsenkirchen und Bremen teilt sie heute in Kassel eine Wohnung mit unzähligen und ungezählten Büchern, einem Ehemann und vier Katern. Die Samtpfoten erwarten von Christiane, dass mindestens eine Katze in ihren Geschichten vorkommt, was inzwischen ihr Markenzeichen ist.

Internetseite: www.christianelind.de





Interviewfragen
Wie viel (literarisches) Blut klebt an deinen Händen?
Oh einiges, obwohl ich keine Krimis schreibe. Es fällt mir jedes Mal sehr, sehr schwer, eine Figur umzubringen, auch wenn die Geschichte das erfordert. Besonders hart war das bei „Im Land des ewigen Frühlings“ – da stand für Wochen auf meiner täglichen To-do-Liste: Endlich umbringen!



Haustiere? Helfen sie beim Schreiben? (Oder halt das, was sie für helfen halten.)

Obwohl ich meine vier Samtpfoten gern Musekater nenne, sollten sie eigentlich Schreibverhinderungsminitiger heißen, da sie es lieben, auf dem Notebook zu sitzen oder sich zu prügeln, sobald ich im Schreibfluss bin.



Auf einer Skala von 1 bis 10, wie sehr versinkst du in deinen Geschichten beim Schreiben? Wirkt sich das auf das 'echte' Leben aus?
Mindestens eine Neun! Mir passiert oft, dass ich kurz davor bin, meinen Mann oder Freundinnen zu fragen, ob sie nicht auch der Meinung sind, dass Paula oder Luise besser nicht auf die Titanic gegangen wären … und dann fällt mir ein, dass Paula und Luise ja nur für mich existieren. J
Eine Folge ist, dass ich Freundinnen und Familie vernachlässige, weil ich mit den Figuren im Kopf lebe und mich nicht von ihnen trennen will, und jeden Anruf oder Besuch als Ablenkung oder Zeitfresser begreife. Es ist nicht leicht, mit Autorinnen befreundet oder verheiratet zu sein oder sie als Katzenpersonal zu haben.



Wenn du nicht mehr schreiben könntest (es ist ab morgen verboten), was würdest du stattdessen tun?
Mich endlich wieder mit Freundinnen treffen, mehr Bücher lesen, die Kater kuscheln …



Nenne 3 Gegenstände, die du beim Schreiben (neben dem Laptop/Rechner) gern um dich hast.
Recherchebücher, meine Kater (obwohl ich die nicht als Gegenstände betrachte), Chai-Tee.



Welche ist deine liebste (eigene) Buchfigur?
Lily aus „Ich warte auf dich, jeden Tag“, das ich unter dem Pseudonym Clarissa Linden veröffentlicht habe. Ich wäre gerne so mutig und klug und lebensfroh wie sie. Lily gibt niemals auf, auch wenn ihr das Leben eine Klatsche nach der nächsten verpasst. Während Alexander an der Vergangenheit festhält, nimmt sie das Leben, wie es eben ist und findet so ihr Glück.



Welche alltäglichen Kleinigkeiten machen dich glücklich?
Salted-Caramel-Eis, blühende Balkonblumen, friedliche Kater, Bücher …



Welche Dinge/Situationen magst du gar nicht?
Ich hasse Warten und Zugverspätungen und Unhöflichkeit. Letzte Woche war ich zur Recherche in Großbritannien und bin jedes Mal wieder beeindruckt, wie viel leichter das Leben ist, wenn man freundlich miteinander umgeht.



Welche Tipps helfen dir bei Zweifeln und Versagensängsten?
Mir hilft nur Schreiben. Wenn ich in der Geschichte versinke, dann denke ich nicht darüber nach, ob sie sich auf dem Markt behaupten kann oder ob sie ihre Kosten wohl einspielen wird oder ob die Welt wirklich noch ein Buch braucht.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen