Dienstag, 3. Oktober 2017

Behind the Scenes: Elea Brandtüber Opfermond

Heute gibt es eine neue und spannende Entstehungsgeschichte für euch. Dieses Mal plaudert Elea Brandt ein wenig aus dem Nähkästchen. Bekannt geworden ist sie durch ihr Buch Opfermond, das im Mantikore Verlag vor kurzem erschienen ist.

Von Funken und Flügelschlägen
Die Frage, wie ein Buch tatsächlich entstanden ist, ist in der Regel schwer zu beantworten. Manchmal ist es nur ein Funke, der sich stetig zu einem Flächenbrand entwickelt, manchmal auch der sprichwörtliche Flügelschlag eines Schmetterlings, der erst viel später einen Sturm entfacht. Sich an den ersten Gedanken, das erste Bild oder die erste Idee zu erinnern, die dann zu etwas Größerem angewachsen ist, ist meistens gar nicht mehr möglich.
Auch bei meinem Debüt-Roman „Opfermond“ kann ich mich daran nicht mehr konkret erinnern. Die Entstehungsgeschichte erscheint mir heute eher wie ein Puzzle, das ich Stück für Stück zusammengesetzt habe. 


Ein Puzzle in drei Teilen
Ein Puzzleteil war der Protagonist, Varek. Der Gedanke, einen Auftragsmörder zum Antihelden zu machen, gefiel mir schon lange, doch die meisten Assassinen, die man aus der Literatur und dem Videospiel-Bereich kennt, waren mir zu klischeehaft. Also stellte ich mir die Frage: Was bringt einen Menschen dazu, eine solche Karriere einzuschlagen und seinen Lebensunterhalt mit Morden zu verdingen? Aus diesen ersten Gedanken entwickelte sich Stück für Stück eine Lebensgeschichte und der Protagonist meines Romans war geboren.

Das zweite Puzzleteil war das Setting. Die meisten Fantasy-Romane spielen in einer am europäischen Mittelalter orientierten Welt – aber warum eigentlich? Warum nicht ein Setting kreieren, das anders ist? Ein Wüstensetting zum Beispiel, orientalisch angehaucht, voll von exotischen Gewürzen, uralten Gemäuern und sengender Hitze. Meine Affinität zum Fantasy-Rollenspiel und vor allem zum „Schwarzen Auge“ hat viel zu dieser Idee beigetragen, denn dort gibt es tolle orientalische Landstriche, die es Spaß macht zu erkunden.

Das dritte Puzzleteil war dann die Stimmung des Romans. Als Psychologin – speziell als Kriminalpsychologin – habe ich mich immer schon sehr für die Frage interessiert, wie Umwelt und Erziehung den Charakter eines Menschen formen können. Was, wenn diese Umwelt für sich genommen bereits feindselig ist? Was, wenn Menschen in einer Welt aufwachsen, in der Nächstenliebe, Gnade und Verständnis fremd sind? Was macht das aus ihnen? Wie prägt es sie? Wie gehen sie damit um? Genau diesen Fragen wollte ich mich in meinem Roman stellen und habe ein Setting geschaffen, das düster, blutig und alles andere als freundlich ist.



Ein Buch in 30 Tagen – und mehr
Aus diesen drei primären Puzzleteilen entstand schließlich das Konzept zu „Opfermond“. Geschrieben habe ich den Roman 2014 in genau 30 Tagen, nämlich im Rahmen des National Novel Writing Month (Nanowrimo). Der Nanowrimo ist ein Aktionsmonat für Autoren, in dem sich die Teilnehmer selbst verpflichten, mindestens 50.000 Wörter an einem Roman zu schreiben. Ehe ich 2014 zum ersten Mal antrat, klang das für mich nach Science Fiction. Ein ganzes Buch? In einem Monat? Unmöglich. Nun ja, ich wurde eines Besseren belehrt. Genau 88.207 Wörter schrieb ich im Nanowrimo an „Opfermond“ und setzte damit auch gleich ein vorläufiges Ende unter den Roman. Die Betonung liegt dabei auf „vorläufig“.

Die eigentliche Arbeitsphase kam nämlich erst danach. Ich gab den Roman an Testleser, überarbeitete, gab ihn noch mal an Testleser, überarbeitete wieder. Denn – auch wenn ich das erstmal nicht einsehen wollte – die Rohfassung des Romans war ziemlicher Mist. Aber dank meiner tapferen Testleser gelang es mir binnen eines Jahres eine neue Version zu schreiben, mit der ich zufrieden war. So zufrieden, dass ich sie im Oktober 2015 einem Verlag vorstellte.


Aller guten Dinge sind … eins
Ich gebe zu, große Hoffnungen hatte ich damals nicht, dass es auf Anhieb klappt. Man kennt ja die Schauergeschichten von Autoren, die erst einen Berg Absagen anhäufen mussten, bis sie eine Zusage ergatterten. Ich hatte Glück und fand im Mantikore-Verlag sofort einen Interessenten, der aus meinem Manuskript ein wirklich tolles Buch gemacht hat. Vor allem das schicke Cover bewundere ich immer noch zutiefst.



Alles in allem sind also zwischen dem ersten geschriebenen Satz und dem Moment, an dem ich mein Buch in der Hand halte, ziemlich genau drei Jahre vergangen. Drei sehr konstruktive, produktive Jahre, denn natürlich habe ich mich nicht auf diesem einen Erfolg ausgeruht, sondern weitergemacht. Man wird routinierter mit der Zeit, traut sich mehr zu, findet leichter Anschluss. So kam es, dass ich binnen des letzten Jahres noch zwei weitere Manuskripte in Verlagen unterbringen konnte, beim Dead soft Verlag und beim Verlag Ohneohren. Auf diese Veröffentlichungen freue ich mich schon sehr.

Mehr über mich
Wenn ihr ein bisschen neugierig geworden seid und mehr über mich, mein Debüt oder meine künftigen Schreibprojekte erfahren wollt, dann schaut gerne auf meiner Homepage www.eleabrandt.com oder meiner Facebookseite www.facebook.com/eleabrandt vorbei. Ich freue mich immer über neue Gesichter und interessante Gespräche.

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