Freitag, 9. September 2016

[Rezension] Mederia: Aufziehende Dunkelheit von Sabine Schulter


Die Person, die das eigene Leben am meisten verändern wird, nennen die Dämonen von Mederia Schicksal. Jeder von ihnen besitzt eines und doch wird gerade Gray, dem Kronprinzen der Dämonen, prophezeit, dass sich um sein Schicksal herum sogar die ganze Welt verändern wird.
Die Erinnerungen an sie werden jedoch aus Grays Gedanken gelöscht, als der Hass zwischen dem Norden und Süden Mederias in einem allesverzehrenden Krieg gipfelt, der sein Volk fast vollständig vernichtet.  Voller Wut und dem Willen, diesen Krieg zu beenden, stürzt sich Gray in den Kampf und rettet eher aus Zufall der jungen Bardin Lana das Leben. Jener Frau, in deren Händen das Schicksal Mederias liegen wird. Quelle

An dem Tag, als der Prinz der Dämonen fünf Jahre alt wurde, brachten ihn seine Eltern, der König und die Königin, so früh in den Tempel der hellen Götter, dass das Gold der Sonne noch nicht am Mantel der Nacht kratzte. Der kleine Junge war sehr müde und stolperte an der Hand seiner Mutter durch die Straßen seiner Heimat.


Das Buch durfte ich bereits vorablesen, deswegen erscheint meine Rezension pünktlich zum Erscheinungstermin. Danke an die Autorin für die Bereitstellung des Vorabexemplars. :)

Das Cover und der Klappentext
Das Cover ist wieder der Wahnsinn. Ich liebe die starken Farben und die Ausstrahlung die sie haben. Die Farben passen zu dem zur Protagonistin, da sie im Buch immer wieder ein goldenes Licht umgeben wird. Den Klappentext finde ich geschickt gewählt. Er verrät sehr wenig, aber doch so viel, dass der Leser weiß, mit welchen Personen er es zu tun hat und, dass hier nicht unbedingt eine Liebesgeschichte im Vordergrund stehen wird.

Der Schreibstil
Ich bin diesmal doch sehr erstaunt. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr gerne, doch jetzt liebe ich ihn. Sie hat es tatsächlich geschafft sich an das Genre des High Fantasy anzupassen. Ich habe gemerkt, dass die Autorin das Buch mit viel Liebe geschrieben hat. Ich kenn aber auch den Hintergrund und weiß, dass sie schon viele Jahre an dem Buch arbeitet und es eines ihrer Herzensbücher ist. Das spiegelt auch ihr Schreibstil wieder.

Die Charaktere
Die Charaktere sind liebevoll gestaltet. Man erfährt viel aus ihrer Vergangenheit, aber auch aus der Gegenwart, was sie bedrückt, was sie denken. Zum einen gibt es Lana, eine junge Ignis und Bardin, die ein Irrlicht über ihre Hand freilassen und mit dem nur sie reden kann. Lana mochte ich durch ihre liebevolle Art sehr gerne und auch, weil sie nicht die geborene Kriegerin ist, sondern Ängste aussteht, die sie sehr authentisch machen. Gray, der eigentlich mit einzige Kerl in der Runde, ist ein Dämon. Aber nicht so einer aus den düsteren Filmen, der alles und jeden zerfleischt, sondern einer von der lieben Art, den man einfach gernhaben muss. Neben Lana war er mein liebster Charakter, denn seine Art kann Herzen schmelzen lassen und ich finde generell die Dämonen sehr spannend. Auf ihrer langen Reise kreuzen irgendwann auch Kimire und Mihana ihren Weg. Kimire ist eine Elbe, genauer gesagt eine kriegerische Elbe, die mit die Festung der Elben beschützt. Anfangs war sie mir unnahbar, eher distanziert, aber im Verlauf lernte ich auch ihren Charakter, durch ihren Mut und auch durch ihre Taktiken, die sie anstrebt, schätzen und mögen. Mihana hingegen ist eher der "Du bist wichtig, aber so richtig mögen muss ich dich dann doch nicht"-Typ. Sie ist eine Kriegerin, die bei großer Not gerufen werden kann und dann wieder auf Mederia verweilt. Durch ihre kecke Art und ihrer oftmals zu wahrheitsgemäßen Antworten, kann sie einen schon mal zur Weißglut bringen. Ich bin gespannt, wie es mit ihr weitergeht.

Der Einstieg in das Buch
Über den Einstieg war ich sehr erstaunt. Hier beginnt die Autorin direkt zu zeigen, was sie kann. Sie hält die Spannung oben, der Schreibstil ist wahnsinnig gut und ich konnte mich in das Geschehen einfühlen und ihm beiwohnen. Der Einstieg ist sehr gut gewählt, denn man erfährt etwas, dass man am Anfang nicht zuordnen kann, sondern man muss erst darauf warten, dass man erfährt, welche Hintergründe das Ganze hat. Dadurch beginnt die Geschichte sehr spannend.

Die Spannung, Handlung und Idee
So ein bisschen hat mich die Idee an Der Herr der Ringe erinnert, aber trotzdem war es anders. Es ist nicht so, dass ständig jemand abgeschlachtet wird, sondern es ist viel mehr Wert auch auf das Drumherum gelegt. Ihre Welt Mederia hat sie liebevoll gestaltet, was man auch an der Karte sieht, die die Autorin gezeichnet hat. Die könnt ihr übrigens auf ihrer Seite sehen oder, wenn ihr euch das Buch kauft. Mir hat die Idee auf jeden Fall gefallen. Wie schon beschrieben beginnt das Buch sehr spannend. Die Autorin kann den Spannungsbogen das ganze Buch oben halten, da es immer wieder zu Auseinandersetzungen, Kehrtwendungen oder plötzlichen Ereignissen kommt, die den Leser nahezu an das Buch fesseln und man gerne wissen möchte wie es weitergeht. Aber auch die Charaktere machen das Buch einzigartig und vielfältig, denn auch bei ihnen weiß man nie, was als nächstes geschehen wird. Hinzukommt, dass man als Leser immer wieder neue Völker kennenlernt, die man vielleicht bis jetzt noch gar nicht wirklich kannte.  

Das Ende
Es gibt Bücher einer Reihe, bei denen man in der Luft hängt und es gibt Bücher, wie Mederia bei dem man mit einem guten Gefühl geht. Klar möchte ich wissen, wie es weiter geht, aber es ist nicht so, dass es mich unbefriedigt zurücklässt. Denn das Ende war noch einmal richtig spannend und für mich war ungewiss, wen man im nächsten Teil noch begegnen wird. Einfach ein sehr guter Abschluss des ersten Teils.

Mein Fazit
Mit Mederia hat die Autorin eine faszinierende Welt geschaffen, voller spannender Völker und interessanten Charakteren. Durch ihren sehr guten Schreibstil, fühlt man sich mitten im Geschehen und ist an das Buch gefesselt. Wenn ihr gerne ähnliche Bücher wie Der Herr der Ringe oder ähnlichem liest, das aber durch seiner noch vielfältigeren Art glänzt, macht ihr hier nichts falsch! Ich bin auf jeden Fall auf den nächsten Teil gespannt.

Meine Bewertung
4,9 Sterne


Kommentare:

  1. Huhu,

    eine wirklich tolle Rezension. J Ich habe Mederia auch schon gelesen und es war das erste Buch von der Autorin was bei mir eingezogen ist. Letztlich muss ich sagen, ich liebe das Buch und ihre Schreibweise. Sie versteht es den Leser in ihren Bann zu ziehen und ganz besondere Welten zu erschaffen. Übrigens hat es mich auch an Herr der Ringe erinnert, wobei ich es sehr angenehm finde dass es nicht so brutal abläuft. ;)

    Ich freue mich schon unheimlich auf den zweiten Teil. *g*

    Liebe Grüße,
    Ruby

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