Montag, 12. September 2016

[Rezension] Das dunkle Tagebuch von Claus H. Herrländer

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Liam, Anfang dreißig, ist schwer getroffen. Von seiner langjährigen Freundin verlassen, wird er von der Midlife Crisis geschüttelt, wie es sonst eher für Männer über vierzig üblich ist. Er verlässt seine Heimat und versucht, sich mit seinem eigenen Business im belgischen Antwerpen ein neues Leben aufzubauen. Geschäftlich durchaus mit Erfolg. In Liebesdingen verhindert sein Verstand, sich in eine Beziehung einzulassen. Dabei ist der attraktive Liam, der ein Faible für Bondage- und SM-Spiele hat, bei den Damen recht beliebt. Aufgrund seiner einfühlsamen Art, auch und gerade bei Anfängerinnen der Szene. Wie lange sich sein Verstand durchsetzen kann, ist fraglich. Spätestens, als unter seinen Liebschaften Damen auftauchen, die neben ihrer devoten Neigung auch mit Witz, Intelligenz und liebenswerter Schlagfertigkeit aufwarten können. Sein Leben wird kurzweiliger, aber recht bald werden ihm Entscheidungen abverlangt, die der Verstand allein nicht treffen kann. Herrländer hat es sich für sein Erstlingswerk zur Aufgabe gemacht, diese besondere Liebesgeschichte aus der Sicht eines männlichen Protagonisten zu erzählen. Liams Eigenheit, alles immer ganz genau erklären zu wollen, führt dazu, dass auch Nicht-Insider viel über die besonderen Gedankenspiele und Gefühlswelten erfahren. Quelle

Freitagabende sind segensreiche Zeitabschnitte. Nie hätte ich angenommen, dass ein solcher etwas anderes sein konnte, als der aussichtsreiche Beginn eines schönen Wochenendes.


Das Cover und der Klappentext
Das Cover lässt darauf schließen, dass der Protagonist wenig Zeit hat und es für die dargestellte Frau, ein Drahtseilakt ist, den sie bewältigen muss. An sich gefällt mir das Cover gut, aber mir fehlt ein wenig der Kern des Buches, also das was es ausmacht. Mir fehlen die Elemente des BDSM und der Erotik, die dem Interessenten schon einmal zeigen, was ihn erwarten kann. Das Cover passt für mich eher zu einem Roman. Der Klappentext gefällt mir trotz seiner Länge gut. Er beschreibt den Inhalt des Buches, gibt Wichtiges wieder, ohne viel zu verraten.

Der Schreibstil
Direkt am Anfang konnte mich der Schreibstil des Autors überzeugen. Er ist fesselnd, leicht zu verstehen und gut an das Buch angepasst. Der Autor weiß, wie er was hervorheben muss, damit er den Leser überzeugen kann. Allerdings finde ich es etwas Schade, dass zum Teil immer wieder dieselben Worte verwendet werden, wie zum Beispiel Aussagen von Liam.

Die Charaktere
Als Protagonist begegnet der Leser Liam, der neben seiner normalen Arbeit gerne an BDSM Treffen teilnimmt und selbst Sessions durchführt. Allerdings macht er es sich auch zur Aufgabe, Menschen, die auf dem Gebiet bislang unerfahren sind, in die Art und Weise hineinzuführen. Der Protagonist war mir sympathisch, allerdings hätte ich mir viel mehr Tiefe gewünscht. Über sein Privatleben erfährt man sehr weniger, eher über seine Vorlieben. Er ist eher eine Hülle ohne Inhalt. Auch bei den anderen Charakteren ist die Facette eher auf das Hier und Jetzt beschränkt, anstatt sie ein weniger mehr auszuschmücken.

Der Einstieg in das Buch
Am Anfang lernt der Leser Liam kennen und merkt schnell, dass er besondere Vorlieben hat. Zum Kennenlernen der Geschichte und des Protagonisten hat mir der Anfang gut gefallen.

Die Spannung, Handlung und Idee
Die Idee an sich ist keine Neue. Es gibt unzählige Bücher in diesem Genre und auch Männern als Protagonisten und doch ist es irgendwie anders, was vielleicht auch auf den Schreibstil des Autors zurückzuführen ist. Die Spannung war über das Buch hinweg mittelmäßig, da nicht viel Wert auf diese gelegt wurde, sondern eher auf die Organisation und auf verschiedene Sessions. Jedoch ist das nicht weiter schlimm, denn die Geschichte kommt hier auch gut ohne viel Spannung aus.

Das Ende
Das Ende war mir persönlich zu schnell abgehakt. Es war alles viel zu überstürzt und ich hätte mir noch einmal mehr Tiefe gewünscht und einen gescheiten Abschied der einzelnen Charaktere untereinander. Es lässt mich leider sehr unzufrieden zurück.

Mein Fazit
Ein guter Erotikroman, der den Leser in die Szene des BDSM entführt. Wer gerne Romane liest, in dem Sessions detailliert und bildlich beschrieben sind, ist hier bestens bedient. Wer allerdings viel Wert auf Spannung und Tiefgang der Charaktere legt, könnte hier seine Vorlieben nicht erfüllt bekommen.

Meine Bewertung
3,9 Sterne

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