Donnerstag, 18. August 2016

[Rezension] Mondscheinmann 1 von Wolfgang Greuloch

Ist in Max Fröhlichs Stadt ein terroristischer Anschlag geplant?Eine nackte Frauenleiche liegt am Flussufer, das Opfer scheint aber eines natürlichen Todes gestorben zu sein. Wer hat die Tote wie Müll entsorgt? Warum hilft Max Fröhlich der jungen Prostituierten Janika aus der Gewalt ihrer Peiniger zu fliehen? Er, der durch eine extrem seltene Krankheit gezwungen ist, ein Leben im Licht des Mondes zu führen. Er nimmt das Mädchen bei sich zu Hause auf und unterstützt sie ihre Drogensucht zu überwinden. Sie erlernt den Umgang mit Schusswaffen, wird zum Racheengel. Nicht ahnend, welche dramatische Ereignisse sie damit auslöst. Und was ist mit der Journalistin Eva Müller, die Max obsessiv beobachtet? Sie verfolgt bei Gericht einen Vergewaltigungsprozess und gerät in eine verhängnisvolle Affäre.Quelle

Liliáná Fargó zitterte. In wenigen Augenblicke wird es so weit sein.


Das Cover und der Klappentext
Das Cover gefällt mir eigentlich ziemlich gut. Es passt zu dem Setting und auch zum Protagonisten des Buches, der nicht ans Tageslicht geraten darf. Allerdings harmoniert der Autorenname und der Titel des Buches nicht mit diesem. Es sieht ein wenig darauf geklatscht aus und der Balken um den Titel verdeckt für mich das Bild im Hintergrund. Es würde bestimmt besser aussehen, wenn dieser weg wäre. Der Klappentext verrät eigentlich schon alles um was es in dem Buch geht. Er stellt viel mehr eine Zusammenfassung dar.

Der Schreibstil
Der Autor verwendet an vielen Stellen sehr lange Sätze, die auf einer Ebookseite oftmals über 6 Zeilen gehen. Ich hatte das Gefühl, dass er dadurch versucht, so viele Informationen wie möglich hineinzupacken. Allerdings sagt mir das so überhaupt nicht zu, da manchmal einfach weniger mehr ist und es so viel zu viele Informationen auf einmal waren. Des Weiteren neigt er dazu, die Umgebung viel zu genau zu beschreiben. Ich mag sehr gerne detaillierte Beschreibungen, die aber auch irgendwann ein Ende finden müssen. Für mich hat der Autor hier zu viel beschrieben. Dadurch hat mich das Buch oftmals an ein Art Drehbuch erinnert, in dem das Setting so genau beschrieben wurde, dass auch jeder weiß wie es auszusehen hat. Dadurch blieben oftmals Dialoge auf der Strecke und über mehrere Seiten, einmal sogar 20, wurde nichts gesprochen. Leider muss ich auch anmerken, dass sich in dem Buch teilweise doch sehr offensichtliche Rechtschreibfehler befinden, die man auch ohne geschultes Auge findet.

Die Charaktere
An Charakteren hat der Autor nicht gespart. Der Leser trifft auf Max Fröhlich, der alles andere als ein fröhliches Leben führen kann, denn er hat eine seltene Hautkrankheit, die ihn dazu verdammt, das Haus bei Tageslicht nicht verlassen zu dürfen. Des Weiteren begegnet dem Leser Janika Fargo, die entführt wurde und als Prostituierte arbeiten musste und letztendlich bei Max landet, der ihr dazu verhilft, aus ihrem Drogenkonsum auszusteigen. Neben diesen beiden Charakteren wird immer wieder die Journalistin Eva Müller beschrieben, die einer Gerichtsverhandlung um einen Vergewaltigungsprozess beiwohnt. Außerdem kommt noch der Kommissar Holprig zu Wort, der den Fall um die Leiche am Flussufer untersucht und Kalinsky, der Janika verschleppt hatte und noch so einige kriminelle Machenschaften am Laufen hat. Mir waren das einfach viel zu viele Charaktere und dadurch auch zu viele Handlungsstränge. Den ein oder anderen hätte ich tatsächlich weggelassen, ohne, dass es der Geschichte geschadet hätte. Leider hat mich hier auch gestört, dass eigentlich keiner der Charaktere, bis auf Janika, zu den Normalverdienern gehört. Jeder hat Geld, jeder fährt ein protziges Auto, jeder hat das Luxusleben schlechthin. Wo bleibt die Identifizierung mit den Charakteren?

Der Einstieg
Den Einstieg fand ich gar nicht mal so schlecht. Er war etwas spannend und der Leser lernt kurz Janika, deren Situation und Kalinsky kennen. Allerdings konnte er mich nicht richtig überzeugen, da die Situationen ziemlich schnell von statten ging und ich die Naivität der Mutter von Janika einfach nicht verstehen konnte.

Die Spannung, die Handlung und die Idee
Die Idee des Buches finde ich nicht einmal schlecht. Der Titel lässt ja schon mal darauf schließen, dass es sich hierbei um einen Mann handelt, der nur bei Nacht agiert. Das ist zwar der Fall, aber eben nicht alles. Irgendwie wurde mir im Verlauf des Buches nicht klar, weshalb der Autor sich für einen Protagonisten entschieden hat, der nicht bei Tag das Haus verlassen kann, wo man die Geschichte doch hier auch mit jedem Normalo hätte erzählen können. Das Gewisse Etwas fehlt einfach, dass das Buch und den Protagonisten zu etwas besonderen macht. Des Weiteren versteh ich nicht, weshalb so viel Wert auf ihn gelegt wurde, wo mindestens 4 weitere Handlungsstränge parallel laufen. Leider konnte mich das Buch hinsichtlich der Spannung nicht überzeugen. Viele Stellen waren sehr langatmig und auch beim querlesen hatte ich das Gefühl, nichts zu verpassen. Durch die genannten Gründe beim Schreibstil, wurde für mich viele Stellen der Handlung zerstört und ich konnte mich irgendwann weder drauf konzentrieren, noch hatte ich das Gefühl, etwas richtig Spannendes zu lesen. Des Weiteren erschließt sich mir nicht, inwieweit die Journalistin hier von Relevanz ist. Irgendwie passt ihr Handlungsstrang nicht zu den anderen und auch die lang beschriebene Gerichtsverhandlung war nicht förderlich, die Spannung hochzutreiben.

Das Ende
Wäre zwischenzeitig die Spannung aufgekommen, die am Ende etwas kam, wäre das Buch wohl wesentlich besser gewesen. Das Ende hatte dann noch etwas mehr Fahrt angenommen und wurde wirklich etwas spannender. Allerdings kommt dann hier auch der Racheengel zum Vorschein, der den eigentlichen sympathische Charakter der Janika zu nichte macht.

Mein Fazit
Das Buch konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Nicht nur die fehlende Spannung, sondern auch der Schreibstil und die vielen Handlungsstränge waren für mich einfach zu viel des Guten. Für Leser, die Wert auf weniger Action, viele aktuelle Themen und wenige Dialoge legen, sollte das Buch genau das richtige sein. Ich war hier wohl die falsche Person, aber da es ein Rezensionsexemplar ist und ich davon ausgehe, dass der Autor meine Seite angeschaut hatte, bevor er mich gefragt hatte, habe ich das Buch besprochen. Teil 2 wartet ebenfalls auf meine Tolino und ich hoffe, dass er besser wird.

Meine Bewertung
2,3 Sterne



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