Mittwoch, 22. Juni 2016

[Rezension] Schneewittchens Geister von Hanna-Linn Hava

Schneewittchen heißt eigentlich Ernestine Nordmoor und mag Totenköpfe. Sie raucht, ist depressiv und eine Hypochonderin. Weil sie außerdem noch Geister sieht, ist sie in der Psychiatrie ein Dauergast.
Als sie eines Tages auf einen verdächtigen Prinzen trifft, ist nichts mehr wie zuvor. Ernestine muss um ihr Leben fürchten, denn plötzlich ist nicht nur die böse Hexe, sondern auch gleich der Leibhaftige hinter ihr her…
Hanna-Linn Hava spinnt frech das Grimmsche Garn weiter zu einem furiosen Fantasy-Spektakel, in dem sich Dornröschen, Rotkäppchen und Schneewittchen die Klinke in die Hand geben und sich mit Geistern, Lindwürmern und allerlei wenig zimperlichen Gestalten herumschlagen müssen. Quelle

Die Kirchenglocken läuteten mit lärmenden Crescendo den frühen Morgen ein, um auch noch den letzten Ungläubigen an den verpassten Sonntagsgottesdienst zu erinnern, was vermutlich die wenigsten mit einem reuigen Gewissen strafte, aber dafür immerhin mit unsanft gestörten Schlaf.
Karl-Heinz Ernst Fritz blubberte vor gehässigem Lachen über seinem dünnen lauwarmen Morgenkaffee.
 

Das Buch habe ich von meiner Schwester zu Weihnachten geschenkt bekommen. Ich finde, dass es von außen schon Mal sehr interessant aussieht. Das  Cover sieht sehr düster aus und die Protagonistin sehr speziell.

Leider ist der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig. Am Anfang musste ich mich sehr darauf konzentrieren, dass ich den Faden nicht verliere. Die Autorin verwendet sehr viele Klammern, welche mich doch arg gestört hatten. Anstatt die Sätze oder Satzteile in Klammern zu packen, hätte man sie wunderbar in einen Satz verpacken können. Außerdem neigt die Autorin dazu, ihre Charaktere ständig Dinge wiederholen zu lassen, was ich doch sehr seltsam fand und für mich, wie auch die Klammern, den Lesefluss behindert hatte. Die Wiederholungen fand ich überwiegend bei den Dialogen und leider hat es für mich ein wenig die Geschichte gestört. Denn die Zeit, wenn die Charaktere nicht gesprochen hatten, war der Schreibstil der Autorin gar nicht mal so schlecht und es steckt viel Potential dahinter.

In der Geschichte gab es mehrere Handlungsstränge mit vielen Charakteren, die mich allerdings am Anfang sehr verwirrt hatten und ich dadurch nicht richtig in das Buch gefunden hatte. Zudem zog sich der Anfang leider auch sehr und es war schwer für mich dran zu bleiben. Im Laufe des Buches wurde es dann etwas besser und verlor sich dann wieder. Die Spannung ist daher als sehr schwankend einzustufen.

Charaktere gab es, wie oben schon benannt, recht viele. Leider waren sie daher auch nicht sonderlich viel ausgeschmückt und zum Teil doch sehr oberflächlich, obwohl einige sehr interessant war. Gerade Ernestine war ein spannender Charakter, aber ein wenig mehr hätte ich gerne über sie erfahren. Leider war sie mir als Protagonistin nicht ganz so sympathisch mit ihrer Art und viel zu angepasst!

Die Idee des Buches fand ich doch ziemlich gut, leider haperte es bei der Umsetzung. Ich denke, dass die Geschichte auf jeden Fall ausbaufähig ist. Ich find sehr schade, dass die Anfangsbegebenheit der Geister und des Mordes nicht mehr vertieft wurden, sondern der Fokus mehr auf andere Dinge gelegt wurde. Im Laufe des Buches war ich so verwirrt, dass ich leider nicht mehr wusste, was eigentlich das Ziel der Geschichte sein soll.

Das Ende hat mir dann aber noch mal gut gefallen und dort kam dann auch die erwünschte Spannung und Action auf, die ich gesucht hatte im Buch. Bitte beim nächsten Mal etwas früher! Am Ende möchte ich noch anmerken, dass die Überschriften der Kapitel teilweise echt witzig waren und ich muss sagen, ich habe noch die drei auf einmal für ein Kapitel gesehen!

Meine Bewertung
2,4 Sterne

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