Samstag, 20. Februar 2016

[Rezension] Sveta und der Junge aus dem Wald von Ramona Mädel und Axel Saalbach




Die sechzehnjährige Sveta lebt mit ihren Eltern in Berlin. Nachdem ihr boshafter Vater bei seinen Dienstherren in Ungnade fällt, wird er zum Vorsteher eines kleinen Örtchens in der abgelegenen Provinz degradiert und muss die Stadt verlassen. Noch am gleichen Abend kommt es zum Zerwürfnis zwischen Svetas Eltern, woraufhin ihr Vater sofort aufbricht und Sveta gegen ihren Willen mitnimmt. Ohne zu wissen, wohin ihre Tochter verschleppt wird, bleibt die Mutter zurück. In ihrer neuen Heimat »Dunkeltann« wird Svetas Leben von Tag zu Tag trister, bis es eines Morgens zu einer Begegnung kommt, die ihr Leben verändern wird ... Quelle


Der Anblick spielte ihr ein friedliches Lied in Moll, denn obwohl sie die Natur liebte, konnte sie an diesem Tag keinen Gefallen an der Schönheit des Waldes finden. In der Stimmung, in der sie sich befand, glich ein Baum dem anderen, jeder Pfad sah genauso aus wie der zuvor.

Das Cover gefällt mir gut. Es zeigt Sveta vor oder auch in einem Wald, der eine wichtige Rolle in der Dystopie einnimmt. Dazu ist das Cover sehr dunkel gestaltet, was auch auf die Zeit, in der das Buch spielt, sehr gut passt.
 
In dem Buch vereinen zum ersten Mal Ramona Mädel und Axel Saalbach ihr Können. Wer jetzt genau welches Kapitel geschrieben oder ob alles zusammengeschrieben wurde, ist nicht ersichtlich. Jedoch gefällt mir der Schreibstil gut und er ist an die zukünftige, düstere Zeit angepasst und sehr bildlich. Die vielen russischen Namen, die während der Geschichte fallen, sind jedoch sehr gewöhnungsbedürftig und teilweise etwas erschwert zu lesen. Aber da es sich hierbei um eine russische Oblast handelt, sind diese angemessen.
 
Der Leser hat keinen Nachteil, wenn er das erste Buch von Axel Saalbach Das Haus Komarow nicht gelesen hat, denn das Buch ist kein Nachfolger von diesem. Lediglich eine Person sollte dem Leser des Erstwerkes bekannt vorkommen und auch die geschaffen Welt ist keine Unbekannte.
 
Der Einstieg ist gut gelungen. Die Autoren führen den Leser in das Jahr 2193 ein und scheuen nicht davor, Svetas Leben der Grausamkeit zu beschreiben. Die Charaktere waren gut ausgearbeitet. Sveta ist ein junges Mädchen, welches von ihrem Vater als Hauskraft fungiert und geschlagen wird. Jedoch stellt sich heraus, dass das erst so unscheinbare Mädchen, viel mehr Mut verbirgt, als zuerst erwartet. Der Junge aus dem Wald führt eine Gruppe von illegalen Kindern an und sorgt dafür, dass ihr Aufenthaltsort geheim bleibt. Auch er ist ein mutiger junger Mann, der im Laufe des Buches sein Können unter Beweis stellt.
 
Die Autoren haben mit ihrer Dystopie wieder eine Welt geschaffen, die vor Grausamkeit nicht zurückschreckt. Diese Welt ist in Arm und Reich geteilt, wobei ersteres am Existenzminimum lebt, kaum was zu essen hat und unterdrückt und misshandelt wird. Diese Welt ist kein schöner Ort!
 
Generell hat mir die Dystopie gut gefallen. Es gab immer wieder unerwartete Wendungen und es blieb die meiste Zeit immer spannend, da ich nie genau wusste, wie die Charaktere reagieren werden oder was als nächstes passieren wird. So war auch das Ende sehr spannend. Tatsächlich hat es anders geendet als ich gedacht habe und ich konnte sehr mit Sveta mit fiebern und auch mitleiden.

4,5 Sterne 

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