Samstag, 14. November 2015

Wie entsteht eigentlich dein Buch?

Hallo ihr Lieben :)
Vor kurzem habe ich via Facebook Autoren dazu aufgerufen, mal die Karten auf den Tisch zu legen. Und zwar geht es darum, mal aus dem Nähkästchen zu plaudern und zu erzählen, wie eigentlich ihr Buch/ ihre Bücher entstehen.
Den Anfang macht Sabine Schulter mit ihrem Buch Azur, das übrigens gestern erschienen ist.




Azur gehört noch zu einem jener Bücher, die ich begonnen habe, bevor ich mich entschieden habe Schriftstellerin zu werden. Das heißt, dass es nicht den normalen Weg meiner Arbeit genommen hat.
Seit ich professionell schreibe, sieht die Entstehung meiner Bücher normalerweise so aus:

Erste Ideen sammeln
Charaktere ausarbeiten
Einen groben roten Faden erstellen
Zu schreiben beginnen
Nebenher weitere Ideen sammeln
Das Buch zu Ende schreiben


Ideen sammle ich in einem kleinen Buch ,das ich immer mit mir führe, denn ich setze mich nicht hin und suche für mehrere Stunden eine gute Idee. Nein, mich überkommen meine Einfälle ziemlich plötzlich und meist wie ein Blitz bei den simpelsten Sachen. Oft passiert das beim Autofahren, Einkaufen oder Hausputz, sodass ich eigentlich gar keine Möglichkeit habe, die Idee sofort niederzuschreiben. Auch mit dem Notizbuch ist das schwer, aber dann nutze ich meist die Zeit, bis ich mich daran setze, um die ersten Ideen im Kopf zu entwickeln.



Bei Azur kam die Entstehung und Entwicklung völlig durcheinander. Die Idee zu dem Buch hatte ich schon in der Zeit meines Studiums, während ich noch an Die Erwachte geschrieben habe. Allein dieses Buch lag ja über ein Jahr in meiner virtuellen Computerschublade, weswegen ich vor dessen Veröffentlichung die Hälfte von Azur bereits niederschrieb, ohne dass ich irgendwelchen Regeln folgte. Die Geschichte floss quasi aus mir heraus und in die Tasten meines Laptops. Wenn ich ehrlich bin, saß ich währenddessen meist in einer Vorlesung und machte lieber das, als zuzuhören ;)
Als ich dann Die Erwachte herausbrachte und den zweiten Band Das Phyralit bevorzugen musste, landete Azur erst einmal im Off. Als dann aber auch Das Phyralit veröffentlicht war, kribbelte es mir so sehr in den Fingern, dass ich Azur vor dem dritten Teil der Sin und Miriam Trilogie den Vorzug gab. Ab dem Punkt hatte sich mein Leben aber bereits gewendet und ich übte die Schriftstellerei als Hauptberuf aus. Das bedeutete eine ganz andere Herangehensweise. Zwar war bereits ein großer Teil von Azur geschrieben, aber damals habe ich mir keine Gedanken über das Wesen der Protagonisten gemacht gehabt. Sie besaßen kein richtiges Leben, was sehr wichtig ist, wenn man sie authentisch machen will. Daher entwickelte ich zuerst meine Charaktere, bevor ich weiterschrieb.
Hier ein kleiner Screenshot von Cedrics Leben:




Viele Autoren verbinden ihre Protas oft mit Bildern, die sie selbst zeichnen, oder Fotos, die sie im Internet finden. Bei mir ist das anders. Ich verknüpfe meine Charaktere und Geschichten mit Liedern. Schon sehr früh in der Entstehung eines neuen Buches sammle ich Songs, die mich sofort in die Geschichte ziehen und diese Sammlung höre ich beim Schreiben quasi den ganzen Tag. Zu Cedric gehört für mich der Song The Letter von Hoobastank und zu Jess One Last Time von Ariana Grande. Inzwischen habe ich auch auf meinem YouTube Channel eine Playlist zu jedem meiner Bücher/Buchreihen.

Nachdem die Grundstory stand und die Protas entwickelt waren, schrieb ich solange, bis das Buch fertig war. Dabei stieß ich meine Geschichte nicht in feste Bahnen, sondern hatte nur ein paar Fixpunkte, die erreicht werden mussten. Ansonsten lasse ich jede Geschichte sich selbst entwickeln, denn es macht mir besonderen Spaß, zu sehen, wie sie sich in vollkommen ungeplante Richtungen bewegt. Oftmals ist das Ende meiner Bücher sogar für mich überraschend! Auch Azur hat ein Ende, mit dem ich nicht gerechnet hatte… Trotzdem oder gerade deswegen bin ich sehr zufrieden mit dem Buch.



Mit dem Schreiben von Azur bin ich Mitte Mai 2015 fertig geworden und habe einen weiteren Monat hergenommen, um es vollständig zu überarbeiten, Szenen zu erweitern oder zu kürzen, Logikfehler auszumerzen und die Rechtschreibung zu überprüfen. Danach gab ich die Rohfassung für 2 Monate in die Hände meiner Probeleser. Allerdings hört hier meine Arbeit nicht auf. Zuerst habe ich das Cover für den ersten Band von Azur ausgesucht und gestaltet. Danach habe ich ein Exposé geschrieben, das nicht nur dafür da ist, um ein Buch Verlagen schmackhaft zu machen, sondern um selbst immer alle wichtigen Fakten schnell zur Hand zu haben. Danach begannen bereits die Vorbereitungen auf die Veröffentlichung, während ich nebenbei schon an Band 3 der Sin und Miriam Trilogie schrieb.


Anfang August kamen dann die korrigierten Exemplare von meinen Probelesern zurück und ab da mussten viele Dinge gleichzeitig geschehen. Neben dem Layout, das insgesamt für fünf Plattformen individuell angepasst werden musste, erstellte ich auch zwei leicht unterschiedliche Buchumschläge, da meine Vorabexemplare in einer anderen Druckerei bestellt wurden, als die Exemplare, die dann im Laden zu erwerben sind. Danach erstellte ich einen Marketingplan, der neben einer ausgesuchten Anzahl an Bloggern auch Probeleser mit einbezog. Um den Bookrelease ordentlich bekannt zu machen, plante ich neben Gewinnspielen, Rabattaktionen und jeder Menge Werbung auch eine Releaseparty am Abend zuvor, zu der ich andere Autoren einlud. Dazu mussten Zeitpläne her, damit ich nichts vergas und aus Ermangelung von genug Platz auf meinem Schreibtisch wurden diese einfach an meine Wand gepinnt.



Dann entstand zudem noch eine Lesung, die ich auch auf meinen YouTube Channel hoch lud, und viele weitere Hintergrundinformationen, um den Interessenten während der Releaseparty ein gutes Angebot zu bieten.




Nach diesen ganzen Werbemaßnahmen kann ich nicht mehr viel machen und lege das Schicksal des Buches nun ganz in die Hände der Leser. Jedoch werde ich um Weihnachten herum noch eine Leserunde bei Lovelybooks beginnen und natürlich weiterhin immer mal wieder Werbung machen. Ein Buch herauszubringen, bedeutet auch, sich ständig darum zu kümmern. Also ist die Entstehung eines Buches quasi eine Never Ending Story ;)









Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen