Donnerstag, 12. November 2015

[Rezension] An schönen Tagen wie heute von Hermann Markau

Cover
Seitenzahl: 255 Seiten
Genre: Roman
Reihe?: nein

Lindholm,
ein friesisches Dorf an der Nordseeküste in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Der Neunjährige Joachim lebt hier, nachdem er mit seinen Eltern Hanna und Dethlef aus einem harmonischen Leben im Ruhrpott in die
norddeutsche Heimat zurückgekehrt ist.
Er erlebt, wie seine Mutter und sein Vater sich entfremden und schließlich getrennte Wege
gehen. Hanna, die es 1945 von Ostpreußen nach Schleswig-Holstein verschlagen hat, kann ihre Jugendliebe nicht vergessen, verlässt ihre Familie und macht sich auf die Suche nach ihrem Fritz.
Sein Vater findet bald eine neue Frau, die aber dem Jungen alles andere als ein gleichwertiger Ersatz für seine Mutter ist. Er entflieht seinem Zuhause und macht sich schließlich auf die Suche nach der Liebe seiner Mutter … Quelle

"Wer hat das geschrieben?"
Ich spürte die Augen meiner Klassenkameraden auf mich gerichtet. 
 


Das Cover verkörpert das Triste und Gausame der damaligen Zeit. Es zeigt genauso, dass auf den Leser eine nicht gerade schöne, sondern viel mehr grauenvolle Geschichte zu kommt, was auch vom Titel verstärkt wird.
 
Das Buch wird aus der Sicht von Hanna bzw. Joachim erzählt. Hinzukommt, dass es in verschiedenen Zeiten spielt. Zum einen 1945 und zum anderen größten Teils in den 50er Jahren.
 
Der Autor erzählt, wie es den Menschen damals auf ihrer Flucht ergangen ist. Dabei verharmlost er keine Stelle, sondern erzählt mehr oder weniger ins Detail genau, wie die Menschen auf der Flucht zu Tode kamen. Und mittendrin war Hanna, die Protagonistin. Nachdem Hanna viel über sich ergehen lassen musste, hatte sie sich dazu entschlossen, zu flüchten.
Auf ihre Reise quer durchs Land trifft sie auf ihr Liebe Fritz und wird mit dem Tod dessen und den Mitflüchtlingen konfrontiert.
Der zweite Protagonist Joachim, Hannas Sohn, erzählt seine Geschichte Jahre später. Auch seine Geschichte ist nicht wirklich was für schwache Nerven und nichts, was man seinem Kind wünschen würde.
 
Der Autor beschreibt ganz wunderbar was passieren kann, wenn ein Mensch schon in Kindesjahren dem Druck nicht mehr standhalten kann. Er zeigt auf, dass nicht einmal der Mensch selbst als der geboren wird, der er in späteren Jahren sein wird. Viel mehr ist es die Gesellschaft und die Familie, die sein Leben beeinflusst.
 
Ich finde, dass der Autor mit seinem Buch ein ganz wundervolles Werk geschaffen hat, welches nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für jüngere geeignet ist, weil es noch einmal in Erinnerung ruft, dass auf der Welt nicht alles so harmlos ist, wie wir es gerade kennen. 

 







Kommentare:

  1. Hallo, Anna,
    vielen Dank für Deine tolle Rezension. Wider Erwarten war ich doch ein wenig nervös, ob Dir meine Buch gefallen würde. Außerdem muss ich sagen, das mich Dein Lesepensum und das, was Du in Deinem Blog machst, sehr beeindruckt - und das alles neben Deinem Studium.
    Liebe Grüße
    Hermann

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich danke auch :)
      Naja aktuell kann ich im Bus viel lesen. Da kommen doch einige Seiten zusammen :)

      Löschen