Freitag, 10. Juli 2015

[Rezension] Eine Geschichtensammlung der Antihelden von Tabea Schuchardt

Zum Teil echt süße Geschichten.
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Titel: Eine Geschichtensammlung der Antihelden
Autor: Tabea Schuchardt
Verlag: Wagner Verlag
Seitenzahl: 161 Seiten
Genre: Erzählungen

 
Das Zerreißen der engen Fäden der Normvorstellungen einer Gesellschaft. Das Ausbrechen aus den Fängen des Alltags. Der Wunsch nach Selbstverwirklichung. Lebenskrisen. Identitätsprobleme.
Wer hat nicht mit diesen Aspekten des Lebens zu kämpfen? Bereits von Kindestagen an werden wir mit ihnen konfrontiert. Viele Menschen ordnen sich den Wünschen der Allgemeinheit unter. Sie machen ihren Schulabschluss, studieren BWL oder Jura, gründen eine Familie und das war es dann auch schon. Schön, wem dieser Lebensstil gefällt. Doch es gibt viele Menschen, die sich nicht trauen, aus dieser Ordnung auszubrechen. Schließlich sind ein guter Ruf und eine steile Karriere essenziell, um … ja, um was eigentlich? Viele Menschen arbeiten lediglich um der Arbeit willen, und was bringt jemandem Ansehen, wenn die Menschen, die einen mögen, nicht unser wahres Ich kennen?
Mit diesen Problemen beschäftige ich mich in den verschiedenen Geschichten. Wobei die Rahmen der Geschichten stets fantasievoll sind. Häufig wird von dem Standpunkt von Tieren erzählt, wodurch das Buch auch für Kinder geeignet ist. Diese farbenfroh ummantelte Kritik ist eine neuartige Herangehensweise an problematische Thematiken und wird so zu einer schönen Geschichtensammlung für Kinder und zu einer Säule der Selbsterfahrung für Erwachsene.

Der kleine Hund Basco spazierte, wie so oft, durch seinen Lieblingswald. Er liebte ausgedehnte Waldspaziergänge.

Aufbau und Schreibstil
Das Buch beinhaltet 10 verschiedene Kurzgeschichten, die sich über eine Seitenanzahl von 161 Seiten ziehen.
Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen, allerdings mit vielen Fremdwörtern.
 
Spannung
Bei jeder Geschichte ging der Spannungsbogen eigentlich schnell nach oben, auch wenn er dann auch genauso schnell wieder vorbei war.
 
Charaktere
Verschiedene Tierarten und Kinder

 
Das Cover gefällt mir richtig gut. Vor allem mag ich den Farbkontrast zwischen dem Dunkelblau und dem Hellblau.
Interessant finde ich auch, dass es keinen Roman zeigt, sondern viel mehr einen Duden.

Die Charaktere waren sehr unterschiedlich. So gab es kleine mutige Hunde, phantasiereiche Eulen oder auch Kinder, die in andere Welten reisen.
Ich finde, dass sie gut getroffen sind und somit für jeden etwas dabei ist.

Die Altersfreigabe ist auf 8 Jahre beschränkt. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich diese zu niedrig finde. Die Autorin hat schon relativ viele Fremdwörter benutzt, bei denen ich nicht glaube, dass Kinder in diesem Alter diese schon kennen. So bin ich zum Beispiel auf die Worte eklatant und desertieren gestoßen.
Auch muss ich ehrlicherweise sagen, dass auch manche Geschichten zu schwere Sätze hatten:
 
Die entweder, sofern sie einen guten Tag haben, in den schönsten Farbtönen -von Smaragdgrün über Scharlachrot bis hin zu einem leuchtenden Pink - erstrahlen oder, falls sie wieder in Stimmung, die eine Mischung aus Lethargie, Nostalgie und Melancholie entspricht, verfallen sind, welche übrigens typisch ist für die sibirischen Eidechsen, ihre Betrachter und Freunde mit grauen, beigen und braunen Tönen langweilen.
 
Ebenso finde ich, dass die ein oder andere Kurzgeschichte zu "brutale" Szene hatte:
Nüsse flogen, Wesen platzten. [...] Der Boden bestand nur noch aus Löchern und blutigen Matsch.
Ich persönliche würde meinem Kind in dem Alter diese Geschichte nicht vorlesen. Aber bitte belehrt mich eines besseren.
 
Die Kurzgeschichten an sich haben mir jedoch ganz gut gefallen. Zwar nicht alle, aber es war trotzdem was für mich dabei. Und ich hatte auch das Gefühl, dass die Autorin versteckte Botschaften in ihre Geschichten versteckt hatte, á la z.B. Lebe deine Träume.
 
Wenn ihr gerne Geschichten lest, auch auf Menschen verzichten könnt, dann dürfte das Buch für euch etwas sein. Von mir gibt es knappe 4 Sterne!




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