Montag, 29. Juni 2015

[Rezension] Mutterland: In der Hitze Afrikas von Alesia Fridman

Für alle die gerne etwas über Namibia erfahren wollen!
Autor: Alesia Fridman
Verlag:
Seitenzahl: 324 Seiten
Genre: Reiseroman


Tara hat einen erfüllenden Job und ist ein bisschen in ihren Kollegen Michael verliebt. Spontan entschließt sie sich, mit Michael und zwei Freunden eine Reise nach Namibia zu unternehmen, von woher möglicherweise auch Taras Familie stammt. Das geheimnisvolle Paradies im Süden Afrikas ist eine Landschaft krasser Gegensätze. Auch Tara bekommt bald zu spüren, dass hier neben der atemberaubenden Kulisse auch alte Vorurteile sehr lebendig sind und dass raue Schönheit schnell in tödliche Gefahr umschlagen kann. Die vier Reisenden folgen den Spuren eines sagenumwobenen Diamanten, der sie quer durch das Land und tief in die Vergangenheit zu dramatischen Ereignissen in Taras Familiengeschichte führt.In der Gruppe kommt es zu Spannungen, als sich alle vier in einer cocktailgeschwängerten Nacht näherkommen und beschließen, ihr gemeinsames Abenteuer in der Hitze Afrikas zu wiederholen. Ist die Gruppe den zunehmenden Spannungen gewachsen oder wird die Freundschaft auseinanderbrechen? Wird Tara das Geheimnis ihrer Familie finden? Quelle


Der Airbus A340 berührte die Landebahn. Tara, Michael, Sven und Felix blickten aus dem Fenstern in das kalte Grau des Frankfurter Flughafens.


Aufbau und Schreibstil
Am Anfang des Buches befindet sich eine Landkarte von Namibia.
 Insgesamt hat das Buch 20 Kapitel, welche vor allem nach den Namen der verschiedenen Orten Namibias benannt wurden.
Ich finde, dass die Autorin einen schönen Schreibstil hat, der einen Mitten nach Afrika teleportiert

Spannung
Die Spannung war mittelmäßig, bis hoch und hat etwas geschwankt.


Charakter
Tara ist Kinderärztin und unsere Protagonistin. Sie begleiten wir über das ganze Buch hinweg. Sie ist Halbafrikanerin und auf der Suche nach ihren Wurzeln. Hinzukommt, dass sie sich in ihren Reisebegleiter Michael verliebt.

 
Michael ist Frauenarzt im selben Krankenhaus wie Tara. Er lacht ziemlich wenig und wirkt immer etwas angespannt.

 
Sven ist ebenfalls Frauenarzt und auf der Suche nach seiner sexuellen Vorliebe.

 
Felix ist auch Arzt, schüchtern, ängstlich und homosexuell.



Das Cover finde ich interessant. Auf ihm sieht man ein Bild aus dem Buch, also eine Wüste und einen Baum. Hinzukommt, dass man darauf Tara und einen Mann erkennt, die sich scheinbar miteinander vereinen. Auch das spielt eine wichtige Rolle in dem Buch.

Das Setting hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat sehr viel zu Namibia und  der Geschichte recherchiert und wahrscheinlich auch selbst vor Ort einiges in Erfahrung gebracht. Sehr detailliert beschreibt sie die Umgebung und die Geschichte des Landes. Das hat mir gut gefallen und ich hatte das Gefühl, direkt vor Ort und mitten im Geschehen zu sein.

Schon auf halber Höhe boten sich ihnen unvergessliche Ausblicke auf kleine Lehmsenken, die sich hell von den satt orangefarbenen Dünen abhoben. Die Nachmittagssonne sorgte für zusätzliche spektakuläre Farb- und Schattenspiele.

Besonders gut  hat mir gefallen, dass sie in die Geschichte auch Bilder der Landschaft und der Einwohner eingefügt hat. Dadurch konnte man sich nicht nur selber die Umgebung vorstellen, sondern konnte auch realer Bilder sehen und somit sich alles viel besser vorstellen.

Thematischt hat die Autorin viel über die Diskriminierung der Afrikaner durch die Weißen in ihrem eigenen Land erzählt und diese angesprochen. Das finde ich sehr gut, da diese Diskriminierung immer noch leider in der Welt vorhanden ist, obwohl jeder Mensch viel wert ist und das Recht auf sein selbstbestimmtes Leben hat. Danke dafür, dass mir das noch einmal vor Augen geführt wurde.

Die Charaktere waren sehr unterschiedlich. Zum einen haben wir Tara, die junge Kinderärztin, die sich nicht sehnlichster wünscht, als das sie Michael endlich wahrnimmt.
Dieser jedoch hat anscheinend ein ziemlich starkes Bindungsproblem und viel in seiner Vergangenheit erlebt, als das er ihre Gefühle erwidern kann.
Dann haben wir noch Sven, welcher sehr experimentierfreudig ist und im Laufe des Buches herausfinden tut, welcher sexuellen Neigung er sich nun letztendlich hingeben will.
Der letzte im Bunde ist Felix, der offen zu gibt, dass er homosexuell ist.
Bei allen Charakteren hatte ich das Gefühl, dass sie ein Laster mit sich tragen, welches sie nicht ablegen können.

Leider finde ich, dass durch die vielen Sexszenen das eigentliche Thema, die Suche nach Taras Wurzeln, in den Hintergrund gelangt sind. Schöner hätte ich es gefunden, die Autorin hätte nur einen Handlungsstrang gewählt und diesen dafür umso intensiver ausgelebt.
Im Laufe des Buches hatte ich daher das Gefühl, dass sich der Fokus mehr auf die sexuellen Beziehungen der Charaktere fokussiert hatte.

Den Einstieg finde ich gut gelungen. Die Geschichte beginnt am Ende und macht so neugierig auf die Geschichte. Ich wollte unbedingt wissen, wie es zu den Begebenheiten unter den vier Freunden gekommen ist.

Die Handlung an sich, wenn wir mal von den verschiedenen Handlungssträngen absehen, finde ich sehr schön. Mir hat es Spaß gemacht den vieren auf ihre Reise durch Namibia zu folgen und ich habe auch viel über das Land und dessen Kultur gelernt.

Das Ende war für mich sehr überraschend und es ging dann doch  noch einmal anders aus, als ich dachte. Das finde ich sehr schön, da es so von vorneherein nicht vorhersehbar war und es so spannend blieb.
Wer also gerne Reiseroman liest, sich für Afrika interessiert und auch nichts gegen erotische Elemente hat, macht bei diesem Buch nichts falsch!







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