Sonntag, 31. Mai 2015

[Rezension] Feuernacht von Yrsa Sigurdardóttir

Rätseln bis zum Schluss!
Titel: Feuernacht
Autor: Yrsa Sigurdardóttir
Verlag: Fischer
Seitenzahl: 423 Seiten
Genre: Krimi

Tödliche Flammen, eiskalte Lügen ...
Die Reykjavíker Anwältin Dóra Guðmundsdóttir nimmt einen alten Fall wieder auf: Jakob, ein junger Mann mit Down-Syndrom, soll einen Brand in seinem Behindertenheim gelegt haben, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Jakob lebt inzwischen in einer Psychiatrischen Einrichtung für Straftäter, zusammen mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jósteinn. Ausgerechnet der engagiert Dóra, weil er Jakobs Unschuld beweisen will. Obwohl Dóra den Mann höchst unsympathisch findet und nicht genau weiß, warum er die Sache noch einmal aufrollen will, beginnt sie zu recherchieren und stößt auf mysteriöse Hinweise: Dóra bekommt immer wieder kryptische SMS, Angehörige eines Opfers haben offenbar etwas zu verbergen, ein Radiomoderator wird in seiner Sendung von unangenehmen Anrufen belästigt, und eine junge Mutter glaubt, dass ihr kleiner Sohn vom Geist seines toten Kindermädchens heimgesucht wird, das bei einem Autounfall mit Fahrerflucht ums Leben kam. Schließlich führt eine heiße Spur die Anwältin ins isländische Justizministerium …
Quelle

Die Katze versteckte sich hinter einem kahlen, aber dichten Busch in der Dunkelheit. Sie war vollkommen ruhig, nur ihre gelben Augen huschten hin und her; aufmerksam hielt sie Ausschau nach den Geschöpfen der Nacht.

Aufbau und Schreibstil
Insgesamt hat das Buch 37 Kapitel
In den jeweiligen Kapitel wechselt immer wieder die Perspektive.
Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, der nicht zu viel verrät und den Leser mit rätseln lässt.

Spannung
Die Spannung war für mich mittelmäßig. Es gab immer wieder Stellen, die sich sehr gezogen haben.

Charaktere
Dóra arbeitet als Anwältin und soll einen längst vergangenen Fall wieder aufrollen, bei dem es so scheint, als wäre der Verurteilte gar nicht der Brandstifter.

Das Cover finde ich sehr vielversprechend. Es sieht sehr düster aus und man sieht den typischen Schnee, den man in den nordischen Ländern vermutet. Das knallrote Haus im Hintergrund sticht heraus und ich vermute, dass es sich hierbei um das Heim handelt.

Den Einstieg finde ich sehr gruselig. Mir wurde schnell bewusst, dass es sich hierbei um einen Geist handeln muss, der sein Unwesen treibt.
Allerdings kamen dieses spannenden und gruseligen Stellen nur eine Handvoll Kapitel in dem Buch vor, was ich sehr schade finde, denn genau so Stellen hatten das Buch spannend gemacht

Die Charaktere waren für mich relativ oberflächlich. Wir erfahren zwar hin und wieder etwas über sie, aber so richtig identifiziere konnte ich mich mit ihnen nicht. Das lag vielleicht auch daran, dass wir relativ häufig wechseln und wir immer wieder neuen Personen begegnen, die eine Rolle in den Ermittlungen spielen.
Die einzige Person die wir näher kennenlernen, ist Dóra, da sie unsere Protagonistin ist.

Die Handlung an sich war nicht sehr spektakulär. Wir begleiten vor allem Dóra bei ihren Recherchen und da kommen oftmals Zeugenbefragungen vor, die sich in die Länge gezogen haben.
Der vielversprechende Einstieg in die Geschichte, war schnell Vergangenheit, da dieser Handlungsstrang nur selten verfolgt wurde.

Thematisch wurde hier die Fehlbehandlung von behinderten Menschen aufgearbeitet. Vor allem dreht es sich darum, dass Jakob, ein Junge mit Down-Syndrom, ein Feuer gelegt haben soll; ihm aber damals bei der Zeugenaussage mehr oder weniger die Worte in den Mund gelegt worden sind und man ihn eben als totalen Spinner abgetan hatte. Für den Richter machte es keinen Unterschied, ob Jakob nun in einem Behindertenheim oder in einer Anstalt für psychisch erkrankte Straftäter untergebracht ist.
Dass die Autorin genau das Thema aufgreift finde ich gut, denn für viele Menschen sind behinderte Menschen nicht voll zu nehmen, obwohl sie auch Gefühle haben.

Verwirrend waren für mich oft die vielen Handlungsstränge. Manchmal wusste ich gar nicht mehr, um was es eigentlich geht. Das war für mich schade, da ich so der Geschichte nicht immer folgen konnte.

Bis zum Ende war für mich unklar, ob Jakob nun den Brand gelegt hatte, oder nicht. Erst auf den letzten Seiten kam die Auflösung. Das finde ich gut, denn so konnte ich das ganze Buch mit fiebern.

Schade finde ich, dass der aller letzte Satz, noch einmal die Geisterthematik aufleben lässt:

Da bemerkte sie, dass die Fensterscheibe ganz langsam beschlug, und ihr der Dunst den Blick in die Dunkelheit versperrte.

Mir persönlich hätte es besser gefallen, mehr von dem Geist in der Geschichte zu erfahren, anstatt am Ende so offen stehen gelassen zu werden.
Auch war es für mich unklar, ob es sich denn wirklich um einen Geist handelt.




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