Montag, 20. April 2015

[Rezension] Engelskalt von Samuel Bjork

Spannend, grausam, wahnsinnig.


Titel:  Engelskalt
Autor: Samuel Bjork
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 539
Genre: Thriller


Ein Spaziergänger findet im norwegischen Wald ein totes Mädchen, das mit einem Springseil an einem Baum aufgehängt wurde und ein Schild um den Hals trägt: „Ich reise allein.“ Kommissar Holger Munch beschließt, sich der Hilfe seiner Kollegin Mia Krüger zu versichern, deren Spürsinn unschlagbar ist. Er reist auf die Insel Hitra, um sie abzuholen. Was Munch nicht weiß: Mia hat sich dorthin zurückgezogen, um sich umzubringen. Doch als sie die Bilder des toten Mädchens sieht, entdeckt sie ein Detail, das bisher übersehen wurde – und das darauf schließen lässt, dass es nicht bei dem einen Opfer bleiben wird ...Quelle



Walter Henriksen saß am Frühstückstisch und versuchte verzweifelt, etwas von dem Frühstück hinunterzubringen, das seine Frau ihm aufgetischt hatte. Eier und Speck.



Aufbau und Schreibstil
Das Buch hat insgesamt 89 Kapitel, welche ich für die hohe Seitenzahl von 539 Seiten angemessen finde.
Der Autor erzählt aus vielen verschiedenen Perspektiven, die mal länger, oder auch mal kürzer waren.
Der Autor hat einen fesselnden Schreibstil, welcher mich an der ein oder anderen Stelle zum schaudern brachte.


Spannung
Wie schon oben benannt, wechselt der Autor häufig die Perspektive.
Meistens wechselte sie genau dann, wenn eine Frage aufgetaucht ist oder etwas schlimmes vorgefallen war, wodurch ich schnell weiterlesen musste und gespannt war, wie es weiter geht.


Charaktere
Holger Munch
Holger ist 54 Jahre alt, sehr übergewichtig und arbeitet als Ermittler bei der Polizei. Ohne seine Zigaretten, trifft man ihn selten an, denn diese helfen ihm beim Denken.
Nach dem er versetzt worden war, wartet nun ein neuer Fall auf ihn, welcher ihn zurück in seine Heimatstadt zieht..
 
Mia Krüger
Eigentlich hatte Mia der Polizei schon lange abgedankt und ihr einziger Wunsch ist es, ihrer Zwillingsschwester zu folgen, denn diese starb vor mehreren Jahren.
Aber auch ihr Schicksal sollte sich neu schreiben. Denn Holger Munch holt sie zurück in sein Team, denn sie war und ist seine beste Ermittlerin..



Das Cover hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Ich finde, das es eine gewisse Ausstrahlung hat. Der Titel des Buches ist mit rotem Faden bestickt, also optisch. Denn das Herstellen von Kleidern wird eine wichtige Rolle spielen.
Im Hintergrund sehen wir eine Kirche. Auch diese spielt eine wichtige Rolle, bei der Täterfindung.
 
Der Einstieg in die Geschichte war erst einmal relativ langsam. Man erfährt etwas über einen Mann und alles sieht sehr harmonisch aus und doch plötzlich geht es los. Eine 180 Gradwendung, welche schnell die Luft zum atmen nimmt.
 
Die Charaktere haben mich von Anfang an fasziniert. Wir treffen auf Holger Munch, welcher vor Jahren von seiner Frau wegen einem Anderen verlassen wurde, da er mehr mit seiner Arbeit beschäftig war, als mit seiner Familie. Holger kam mir sehr professionell rüber und ich hatte immer das Gefühl, dass genau dieser Fall für ihn der richtige ist. Aber auch er muss schnell feststellen, dass er an seine Grenzen stößt..
Mia war für mich am Anfang ein Rätsel. Ihre Selbstmordgedanken taten mir schon selbst weh. Sie verkörpert eine Polizistin, welche, an dem was sie tut, fast gescheitert ist und doch findet sie einen Weg aus ihrer Lage. Ich habe Mia trotz ihrem depressiven Zusammenfall, als starke Persönlichkeit kennengelernt, für die keine Gefahr zu groß ist. Außerdem hat mich ihre wahnsinnige Kombinierungsfähigkeit beeindruckt.
 
Ich finde es sehr schön, dass der Autor oft die Sicht wechselt. So bekommen wir nicht nur Informationen von den Protagonisten, sondern auch von Menschen, die mehr oder weniger eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen. Dadurch wurde das Buch für mich nicht langweilig, sondern hatte mich viel mehr an das Buch gefesselt.
Die Spannung wurde für mich auch besonders begünstig, durch den Schreibstil des Autoren. So finden wir oft Sätze, die schnell aneinander gereiht wurden oder dem Alter des Erzählenden angepasst wurden und somit das Lesetempo erhöhten:


Sie hätte auf jeden Fall rausfliegen müssen, ich habe nicht für sie gestimmt, sie kann doch gar nicht tanzen. Tote Gesichter. Leer. Leer. Leere Worte. Münder, die sich unter leblosen Blicken bewegen.
(Seite 244, Zeile 9ff)

Zudem hat der Autor auch oft Ein-Wörter-Sätze verwendet.
 
Das Buch konnte mich hinsichtlich seine Spannung voll und ganz überzeugen. Kaum hat man geglaubt den Täter erkannt zu haben, schon legt der Autor eine neue Fährte und letztendlich rätselte ich bis zu den letzten Seiten, wer nun der Täter ist.
Aber auch der Täter konnte mich und auch die Ermittler an der Nase rumführen, denn auch diese landeten oftmals in der Sackgasse und immer wieder kam der Satz auf:

Ich reise Allein

Spannung   : 4/5 Kirschblüten
Charaktere  : 5/5 Kirschblüten
Inhalt       :   5/5 Kirschblüten
Klappentext    : 5/5 Kirschblüten
Cover       :     5/5 Kirschblüten
Schreibstil  :  5/5 Kirschblüten













































































































































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