Sonntag, 7. September 2014

[Rezension] Das Gesicht der Anderen von Fabian Eder

Details
Titel: Das Gesicht der Anderen
Autor: Fabian Eder
Verlag:
Braumüller
Seitanzahl: 288
Erscheinungsdatum: 04.09.2014
Genre: Roman

Klappentext
Ein durch Zufall gelöster Schuss aus der Waffe ihres Vaters ändert das Leben der blutjungen , steinreichen Margarete Boll schlagartig. Isoliert von ihrer Umwelt, einsam und gefangen in einem goldenen Käfig, versteckt sie ihrer seit dem Unfall grässlich entstellte Erscheinung hinter einer starren Maske und sehnt sich nach Liebe. Nur ein 36 Jahre älterer Mann vermag es, sie aus ihrer Isolation zu befreien. Er wendet als Erster den Blick nicht ab. Schleichend beginnen die Grenzen zwischen Moral, Hingabe, Perversion, Hass und Wahnsinn zu verrinnen, bis Margarete erkennt, dass gerade ihr größter Makel größte Macht bedeutet.

Die ersten zwei Sätze
Die frische Luft strich über die Haut ihres Gesichtes. Die ersten Minuten, solange es noch stockdunkle war, ging sie, ehe sie mit dem nahenden Tageslicht zu laufen begann.

Meine Meinung
Schreibstil und Spannung
Das Buch ließ sich relativ (von der Sprache her) einfach lesen.
Leider gab es bei dem Buch keine Kapitel und manchmal war es echt verwirrend, dass ganz plötzlich eine neue Szene anfängt. Mal nach einem Absatz, mal nach einer neuen Seite. Dadurch war es dann nicht immer direkt leicht zu verstehen und zu lesen.
Dadurch, dass die Kapitel gefehlt hatten, kam für mich auch keine richtige Spannung auf. Normalerweise endet ein Kapitel ja meistens so, dass gerade etwas ganz wichtiges oder gefährliches passiert. Hier war alles im Fließtext geschrieben, so dass man direkt weiter gelesen hatte.
Zudem wurden oftmals Situation zu weit ausgeführt. Dadurch ging viel Spannung verloren.

Charaktere
Margarete:
Margarete war ein hübsches Mädchen. Nach dem schrecklichen Unfall ist ihr Gesicht komplett entstellt und da wo zum Beispiel die Nase sein soll, ist nichts mehr.
Weil sie sich für ihr Äußeres schämt, verlässt sie fast nie das Haus und wenn meist nur mit einer Maske , die ihr wahres Ich versteckt. 
Nachdem sie einige neue Männer kennengelernt hatte, bekam sie neuen Mut und  Selbstbewusstsein. Jedoch kam damit auch die Unsympathie des Charakters.
Sie wirkte auf mich hinterhältig und benutzte ihren Unfall zur Machtausübung.

Anna:
Anna ist sozusagen das Mädchen für alles in dem Haus, nachdem Margaretes Elter gestorben waren. Sie kümmert sich um sie und ist ihre gute Seele. Für mich wirkte sie sehr sympathisch und ich merkte, dass sie ein großes Herz hat. Sie läuft nicht, wie andere, vor Anna weg, sondern kümmert sich um sie.

Hager:
Hager arbeitet für Anna und erledigt Geschäfte für sie.

Hein:
Hein ist 36 Jahre älter als Margarete und wird im Verlauf des Buches deren Geliebter.
Er ist Musiker und entwickelt einen grausamen Tick...

Mein Fazit
Bis auf das es keine Kapitel gibt, ließ sich das Buch gut lesen. Der Autor hatte alles relativ stark beschrieben, sodass man sich als Leser ein gutes Bild von den Charakteren und deren Umgebung machen konnte.

Wie oben schon beschrieben, waren mir leider viele der Charakter nicht sympathisch. Ich finde, dass wenigstens die Protagonisten eines Buches sympathisch sein sollte, weil diese einen durch das ganze Buch begleitet.  

Die Idee des Buches fand ich sehr gut.
Jedoch war sie nicht sehr gut umgesetzt worden. Zum Teil war einfach zu viel Leerlauf und zu vieles überzogen.
Schon ziemlich am Anfang wird klar, dass die 21 jährige Anna wohl auf ältere Menschen steht. Aber man kann herauslesen im Buch, dass sie an der einen Stelle, wo sie sich mit ihrem unbekannten Chatfreund trifft, vergewaltigt wurde (näheres wurde erst viel später erläutert). Anschließend versucht sie sich umzubringen, wobei sie jedoch von einem Fremden gerettet wird, in den sie sich sofort verliebt/ dessen Interesse sofort von ihr geweckt wird?!
Für mich total unrealistisch. Ich glaube nicht, dass ein Vergewaltigungsopfer sich sofort jemanden neues sucht.

Das Ende fand ich dann wirklich spannend. Aber es wurde nur auf wenigen Seiten ausgedrückt, was ich sehr Schade finde.
Dafür hätte mehr Platz sein müssen. Das Buch hatte an sich ja nicht sehr viel Seiten..


Gute Grundidee, der aber leider die Spannung und die Nähe zur Realität fehlt.

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